Montag, 30. Mai 2016

Karriere-Chancen für Frauen beim Generationswechsel in mittelständischen Unternehmen

Gemäß dem jüngstem DIHK-Nachfolgereport möchten zwar Senior-Chefs im Rentenalter ihre Betriebe in jüngere Hände übergeben, aber die Zahl der potenziellen Nachfolger/innen geht seit Jahren zurück und befindet sich derzeit auf einem Rekordtief. Verstärkt wird dieser Trend noch durch die anhaltend gute Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland und die hierzulande eher schwach ausgeprägte Gründungsneigung im internationalen Vergleich. Auch die „Generation Y“ geht zunehmend eigene Wege und tritt nicht mehr in die elterlichen Fußstapfen. Weniger als die Hälfte der Unternehmen (43 %) werden noch in den Unternehmensfamilien weitergegeben. Für viele Unternehmen bedeutet das Scheitern einer Unternehmensnachfolge das Aus – und damit verbunden den Verlust tausender von Arbeitsplätzen Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) zufolge betrifft dies, bezogen auf einen Fünf-Jahres-Zeitraum, 110.000 Unternehmen mit mehr als 1,4 Mio. Arbeitsplätzen. 22.000 Betriebe sind pro Jahr auf nachhaltige Nachfolgeregelungen angewiesen, um die 287.000
Arbeitsplätze zu sichern, die sie zur Verfügung stellen.

Zusätzlich prognostiziert das IfM Bonn bis zum Jahr 2020 einen Anstieg der zur Übergabe anstehenden Unternehmen: in Westdeutschland um 16,4 Prozent und in Ostdeutschland um 19,2 Prozent. Gleichzeitig geht infolge des demografischen Wandels die Zahl der Erwerbstätigen zurück und damit auch die Zahl derjenigen, die für eine Betriebsnachfolge in Frage kommen.

Chefinnen gesucht!
Das Potenzial von Frauen als Unternehmensnachfolgerinnen ist längst nicht ausgeschöpft! Gut qualifizierte Frauen, denen die Übernahme eines bestehenden Unternehmens spannende Karriere-Chancen und eine adäquatere Verwertung ihrer Bildungsqualifikationen bieten kann, rücken vermehrt in den Fokus. Immer mehr Töchter erheben Anspruch auf die Nachfolge. Studien belegen einen Anstieg des Frauenanteils in den letzten 10 Jahren auf mehr als 20 Prozent. Bei den familieninternen Nachfolgen ist sogar in einem Drittel der Firmen eine Tochter als Nachfolgerin vorgesehen.

„Unternehmensnachfolgen durch Frauen haben Aufwind, doch das reicht bei Weitem nicht aus, das Auseinanderklaffen der Schere beim unternehmerischen Generationswechsel zu kompensieren. Und Entwicklungen wie der demographische Wandel stellen die deutsche Wirtschaft zudem vor die Herausforderung, personelle Ressourcen so effizient wie nur möglich einzubinden. In diesem Umfeld
wird die Aktivierung des unternehmerischen Potentials von Frauen zu einer wichtigen Zukunftsaufgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu erhalten. Deshalb engagiert sich die bundesweite gründerinnenagentur mit der Kampagne „Unternehmensnachfolge durch Frauen“ konsequent dafür, Frauen die Karrierechancen die mit einer Unternehmensnachfolge verbunden sind näher zu bringen, und Unternehmen, bei denen eine Nachfolge den Firmenfortbestand sichern kann, mit den Potenzialen der gut qualifizierten Frauen von heute – sei es als Tochter, Schwiegertochter, Mitarbeiterin oder Externe – für eine erfolgreiche Betriebsnachfolge vertraut zu machen“
, erklärt Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweiten gründerinnenagentur (bga).



Unternehmerinnen.org beteiligt sich am bundesweiten Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen

Bundesweiter Aktionstag „Nachfolge ist weiblich!“ am 14. Juni 2016 mit 70 regionalen Akteurinnen und Akteuren in den 16 Bundesländern

 Aus diesem Grund findet auch in diesem Jahr wieder ein Nationaler Aktionstag unter dem Motto „Nachfolge ist weiblich!“ statt. Unter Koordination der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) gestalten rund 70 Akteurinnen und Akteure in den 16 Bundesländern zahlreiche regionale Veranstaltungen und Aktionen und betreiben ein überregionales bga-Expertinnen-/Expertentelefon, um ein Signal zu setzen und Unternehmensnachfolgen durch Frauen zu fördern. Sie beraten fachkundig zu den unterschiedlichen Facetten der Betriebsnachfolge und zeigen die zahlreichen Chancen auf, die in einer stärkeren Einbeziehung von Frauen in die Unternehmensnachfolge liegen. Veranstalter sind u.a. die Partnerinnen und Partner der nexxt-Initiative sowie Expertinnen und Experten der Nachfolge, die in Kammern, Ministerien, in der freien Wirtschaft oder in der Forschung arbeiten. Die Angebote reichen von Präsenzveranstaltungen wie z.B. Sprechtagen, Podiumsdiskussionen und Coachings über Nachfolgerinnenporträts bis hin zu Online-Publikationen und Web-Meetings. Die Akteurinnen und Akteure informieren regional über ihre Aktivitäten. Die Aktivitäten sind online zugänglich.


Am Aktionstag schalten wir von 10 -16 Uhr eine Telefon-Hotline unter 030-78006874

Im Netzwerk von Unternehmerinnen.org stehen Ihnen folgende Expertinnen in Nachfolgefragen zur Verfügung:

Keine Kommentare: