Dienstag, 21. Juli 2015

Aus dem Netzwerk "Erfolgsfaktor Familie": Mobiles Arbeiten als Modell der Familienfreundlichkeit

Wie wir auf diesem Blog berichteten, sind wir seit 1.Oktober 2014 Mitglied im Netzwerk "Erfolgsfaktor Familie" und können uns so an aktuellen Diskussionen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beteiligen.
Im dortigen Forum "Mobiles Arbeiten" hat nun eine intensive Diskussion stattgefunden, deren Ergebnisse wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten:

Eine klare Trennung zwischen den Bereichen Arbeit und Familienleben - auch in räumlicher Hinsicht - ist für viele Beschäftigte wichtig. Dazu gehört, dass
  • Kinder während der Arbeit im Homeoffice betreut sind.
  • Beschäftigte im Homeoffice einen geschützten und von allen respektierten eigenen Arbeitsbereich haben.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice darauf achten, dass es zu keiner Auflösung der Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben kommt.

Beim Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit müssen Eltern von der Arbeitgeberseite begleitet werden. Dazu gehört, dass
  • Beschäftigte in ihre ehemaligen oder neuen Arbeitsgebiete auch in Präsenzphasen wieder eingearbeitet werden, bevor sie im Homeoffice arbeiten.
  • Führungskräfte zeitnah zum Thema „Führen auf Entfernung“ qualifiziert werden.
  • Teambesprechungen mit Präsenzzeiten abgestimmt werden. 
  • Technik zu Hause professionell installiert wird.
  • Unternehmen dafür sorgen, dass kein Grund für Neiddebatten zwischen Beschäftigten, die im Unternehmen anwesend sind und denjenigen, die das Homeoffice nutzen, entstehen.
  • Homeofficenutzerinnen und -nutzern vermittelt wird, wie wichtig die permanente und intensive Anbindung an ihr Team ist, um ihre Arbeit sichtbar und damit erfolgreich zu machen.

Homeoffice ermöglicht einen früheren Wiedereinstieg in den Beruf nach Familienphasen, weil
  • lange Wegezeiten entfallen.
  • Arbeitszeiten zu einem gewissen Maß frei eingeteilt werden können
  • auf Entfernung eine Einbeziehung in Arbeitsprozesse, wie beispielsweise durch Telefonkonferenzen oder Onlinebeteiligungen, möglich ist.


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Bei unseren Schweizer Nachbarn ist man da anscheinend schon weiter als bei uns. Unser Mitglied Tanja Preissinger lebt und arbeitet seit langem in der Schweiz und hat zwei kleine Kinder. Sie ist neben ihrer freiberuflichen Coachingtätigkeit in verantwortlicher Funktion für ein großes Schweizer Unternehmen tätig. Dieser Tätigkeit geht sie zu ca. zweidrittel vom Homeoffice aus nach, was ihr eine Vereinbarung von Beruf und Familie ermöglicht.

Unser Fazit:
Qualifizierte Homeoffice-Arbeit - und nicht etwa "Heimarbeit"-Vergabe wie die mancher Callcenter u. a., um Geld zu sparen an Mütter, die anderweitig keine berufliche Chancen haben, könnte ein zukunftsträchtiges Modell sein, dass allen hilft und auch Ressourcen, z. B. Fahraufwendungen für lange Arbeitswege, schont.

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