Dienstag, 28. Juli 2015

Arbeitswelt 4.0 - Arbeitsministerin Nahles sieht große Chancen für Frauen

Frauen können nach Ansicht von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vom digitalen Wandel in der Arbeitswelt deutlich profitieren. "Die digitale Welt eröffnet in einer Weise Freiheit, Mobilität und Flexibilität, von der wir vor Jahren nicht zu träumen gewagt hätten. Sie ermöglicht so einen echten Quantensprung, wenn wir sie zu nutzen wissen" sagte die SPD-Politikerin unlängst  bei einer Konferenz zur Geschlechtergerechtigkeit der Internationalen Association for Feminist Economics (IAFFE) in Berlin.

"Frauen können die Gewinnerinnen des digitalen Wandels werden, wenn wir es klug anstellen", sagte die Ministerin laut Redemanuskript, aus dem der Tagesspiegel-Online am 16.7.2015 zitiert.

Mit der Initiative "Arbeiten 4.0" versucht Nahles seit einigen Monaten, eine Debatte über die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt anzustoßen. Dabei soll es nicht nur um den technologischen Wandel in der Industrie gehen, etwa durch den zunehmenden Einsatz von Robotern und den Trend zu individueller Fertigung. Debattiert werden soll auch über neue Arbeitsformen wie das "Crowdworking", bei dem Selbstständige Aufträge über Online-Plattformen annehmen.

Als webbasiertes Netzwerk selbständiger Frauen waren wir vor einem Jahrzehnt wir Pionierinnen in der digitalen Welt. Unternehmerinnen.org realisiert die Verbindung zwischen Online- und Offline-Welt. Gleichzeitig beobachten wir - durchaus kritisch - die Entwicklungen in der Arbeitswelt 4.0.

Unser Mitglied Dr. Angelica Laurençon hat im vergangenen Jahr ein Buch zum Thema herausgebracht: "Arbeit in der VUCA-Welt" (VUCA ist ein Fachbegriff für Situationen, die sich schnell und unerwartet ändern können, die unsicher, komplex und mehrdeutig sind.) Sie schreibt darin: "In wenigen Jahren hat sich die Vermarktung der Zeitarbeit weltweit auf die Sozialen Netzwerke für Business und die unzähligen Online-Jobbörsen für Freelancer verlagert (...) die Wissensarbeiter des 21. Jahrhunderts passen nicht mehr in die Raster von Manpower oder Adecco (...) Der Arbeitsmarkt der Zukunft verlagert sich zunehmend in das Social Media Recruiting, wo in Echtzeit Daten und Informationen verarbeitet werden können. Hier sind auch die komplexen Jobprofile der Wissensgesellschaft erfassbar."
 
Auch Unternehmerinnen.org-Projektleiterin Ilona Orthwein beschäftigt sich seit langem mit dem digitalen Wandel. Im Rahmen ihres Auftritts bei der Women&Work 2015 gab sie ein Interview, in dem sie sagt: "Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt, eingefahrene hierarchische Strukturen werden aufgeweicht, es entstehen neue Arbeitsformen und damit Chancen auf eine familienfreundlichere Arbeitswelt, von der Frauen in Führungspositionen besonders profitieren können. (...) Was ihr Nutzerverhalten [der digitalen Medien] anbelangt, so haben sie die Männer schon überholt und geben in insbesondere in den, für den Konsumentenbereich so wichtigen sozialen Medien den Ton an. Frauen haben so erheblichen Einfluss auf den Erfolg von Unternehmen, ihren Produkten und Marken. Der „Unternehmenswert Frau“ als Konsumentin und Multiplikatorin wächst im digitalen Zeitalter stetig, und damit ihre Macht, – ohne, dass sich die Mehrheit der Frauen dessen bewusst wäre. Auch beruflich bietet das digitale Zeitalter Frauen neue Chancen. Es entstehen neue Berufsfelder und auch neue Möglichkeiten zu beruflicher Selbständigkeit, zur beruflichen Vernetzung und sogar zur Finanzierung von unternehmerischen Ideen."

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