Freitag, 1. August 2014

Aktionstag Equal Pension Day

Zum Auftakt des ersten Equal Pension Day 2014 haben sich das Bundesforum Männer, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV), der Verband berufstätiger Mütter e. V. (VBM ) und women&work (Messekongress für Frauen) zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Dieser Aktionstag ist eine Initiative des VBM. Gemeinsam will sich das Bündnis am Stichtag für Chancen-, Geschlechter- und Generationengerechtigkeit einsetzen und mahnt an, die bestehende Rentenlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen, indem die Weichen für die Zukunft hin zu einer eigenständigen Absicherung bis ins Alter gestellt werden.

Nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sind Frauen und Männer gleichgestellt. Doch die aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik offenbaren eine ganz andere Wirklichkeit: Frauen verdienen nicht nur weniger, sie erhalten auch nach einer Lebensleistung weniger Rente als Männer. Aktuell beträgt die Rente von Frauen aus eigenständig erworbenen Ansprüchen durchschnittlich knapp 60 Prozent weniger als die der Männer. Auch bei Betrachtung der gesamten Alternseinkünfte – also inklusive abgeleiteter Ansprüche – liegt die Rentenlücke bei durchschnittlich 42 Prozent.
Als Ursachen hierfür sind vor allem die familienbedingten Erwerbsunterbrechungen für Kindererziehung, Bildungsbegleitung oder Pflege von Angehörigen zu nennen. Familienbedingte Arbeitszeitreduzierungen verbunden mit schlechteren beruflichen Perspektiven und Karriereoptionen sowie die unterschiedliche Bezahlung zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) kommen ebenfalls zum Tragen.

Auch wenn Paare sich einvernehmlich dafür entscheiden, dass Frauen zugunsten der Familie beruflich zurückstecken, liegen die langfristigen Risiken weiter einseitig bei Frauen und wirken sich negativ auf ihre Alterssicherung aus. Angesichts der Erosion von existenzsichernden Normalarbeitsverhältnissen, hohen Scheidungszahlen sowie mit Blick auf den gesellschaftlichen Wandel zu mehr Partnerschaft in den Familien brauchen (insbesondere) Mütter eine verlässliche finanzielle Perspektive bis ins hohe Alter.

Der Gender Pension Gap von heute zeigt die ungleiche Verteilung der Erwerbschancen von gestern. Dem Gender Pension Gap soll langfristig wirksam begegnet werden. Hierfür werden im Laufe der Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses gemeinsam Lösungsansätze, Forderungskataloge und Stellungnahmen erarbeitet.

Mit Einführung des Equal Pension Days möchte das Bündnis öffentlichkeitswirksam den Rentenunterschied zwischen Frauen und Männern problematisieren, die Diskussion über Handlungsbedarfe anstoßen und Frauen und Männer – durch alle Schichten, Generationen und Familienkonstellationen – mit Blick auf eigene Entscheidungen für den Gender Pension Gap sensibilisieren. Mit einem geschärften Problembewusstsein haben diese dann eine andere Entscheidungsgrundlage für die Wahl ihres Familien-, Arbeits- und Lebensmodells, sodass sie in ihre heutigen Entscheidungen auch die Wirkungen in der Zukunft einfließen lassen.

Mit dem Equal Pension Day sollen Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik und Wirtschaft angemahnt werden, die Rahmenbedingungen für echte Wahlfreiheit unter dem Aspekt Chancen-, Geschlechter- und Generationengerechtigkeit in der Lebensverlaufsperspektive zu schaffen. Im (sinkenden) Gender Pension Gap lässt sich die umfassende Erfüllung des GG Artikel 3 (2) langfristig messen.

Zum ersten Aktionstag Equal Pension Day lädt das Bündnis zum
Pressegespräch am Montag, 4. August 2014 von 11.00 bis 13.00 Uhr ins
Hackesche Höfe Kino
Rosenthaler Straße 40/41
10178 Berlin, Mitte ein

Hier stellt sich das Bündnis mit seiner verabschiedeten Präambel vor. Auch die neue Homepage zum Equal Pension Day wird präsentiert. Als besonderes Highlight ist außerdem erstmalig der Kino-Werbespot zu sehen, der eigens zum Equal Pension Day produziert wurde.
Wir freuen uns, Sie vor Ort persönlich begrüßen zu können und hoffen auf Berichterstattung. Rückmeldungen zur Teilnahme sind erbeten unter vorstand@vbm-online.de.

 

Das Bündnis

Die inzwischen 34 Mitglieder des BUNDESFORUM MÄNNER bekennen sich zur Geschlechtergerechtigkeit als Grundprinzip ihrer gemeinsamen Arbeit. In diesem Sinne setzen sie sich dafür ein, dass alle Geschlechter gleichberechtigt im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung stehen. Damit wenden sie sich gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung.
Der VAMV vertritt seit 1967 als bundesweiter Familienverband die Interessen von heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.
Der VBM wurde 1990 in Köln gegründet und ist inzwischen in über 22 Regionalstellen bundesweit vertreten. Als gemeinnütziger und überparteilicher Lobbyverband für berufstätige Mütter tritt er seit über 20 Jahren für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie – für Frauen und Männer – ein und engagiert sich hierbei in verschiedenen Gremien und Kooperationen auf Kommunal-, Landes- sowie Bundesebene.

Das VBM-Dschungelbuch, ein Leitfaden für berufstätige Mütter & Väter und solche, die es noch werden wollen.

Equal Pension Day, eine Initiative des VBM e. V., wird aber von unserer Kooperationspartnerin women&work, Deutschlands größtem Messekongress für Frauen, unterstützt. Hier treffen jährlich Besucherinnen auf knapp 100 Top-Arbeitgeber, die nach weiblicher Verstärkung Ausschau halten. Bewerbergespräche, Vorträge und ein umfangreiches Kongress-Programm helfen beim persönlichen Networking und bei der erfolgreichen Karriereplanung. Die nächste women&work findet am 25. April 2015 in Bonn statt.
 

Presse-Kontakt zum Equal Pension Day
Cornelia Spachtholz
Mobil 0178 5141638
presse@vbm-online.de

Verband berufstätiger Mütter e. V. (VBM)
Rathenauplatz 33
50674 Köln
Telefon +49 221 9414999
Fax +49 221 9414998

 

Keine Kommentare: