Mittwoch, 9. April 2014

Unternehmerinnen investieren anders ...

Der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) hat in Kooperation mit der Deutschen Bank AG eine Umfrage unter deutschen Unternehmerinnen zu den Themen Investitions-, Finanzverhalten und Selbstverständnis durchgeführt, deren Ergebnisse im März veröffentlicht wurden.

Verglichen wurden dabei die Einschätzungen von Unternehmerinnen mit den Einschätzungen von sonstigen Entscheidern in mittelständischen Unternehmen.

Fazit: Unternehmerinnen investieren anders als andere Mittelständler; Sie achten auf mehr Sicherheit und zeigen stärkere soziale Verantwortung.

56 Prozent  der 400 befragten deutschen Unternehmerinnen rechnen für die kommenden sechs Monate mit einer besseren wirtschaftlichen Lage in ihrem Unternehmen, lediglich sechs Prozent befürchten schlechtere Geschäfte.  Für die deutsche Wirtschaft insgesamt gehen 33 Prozent der Unternehmerinnen von einem Aufschwung aus, nur jede zehnte erwartet eine negative Entwicklung.

Das hat Auswirkungen auf das Investitionsverhalten der Unternehmerinnen. Knapp 70 Prozent planen innerhalb der nächsten zwölf Monate in das eigene Unternehmen zu investieren.

Von der Großen Koalition erwarten die Befragten dafür jedoch keinen Rückenwind. Nur jede Zwanzigste glaubt, dass sich die Investitionsbedingungen unter der neuen Bundesregierung verbessern werden.  Dagegen rechnen 36 Prozent mit einer Verschlechterung. Als größte Hemmnisse für Investitionen sehen die Unternehmerinnen bürokratische Vorschriften (62 Prozent), gefolgt von der Abgaben- und Steuerlast (49 Prozent) und der Unberechenbarkeit in der Wirtschafts-und Finanzpolitik (34 Prozent). Keine Rolle spielt dagegen der Mindestlohn (6 Prozent).

Weiteres Ergebnis der Umfrage: Unternehmerinnen legen ein anderes Investitionsverhalten an den Tag als andere Mittelständler. Das sagen nicht nur die Unternehmerinnen selbst. Auch 44 Prozent einer Vergleichsgruppe von 200 Entscheidern aus dem Mittelstand, die parallel befragt wurden, bestätigen das. 

Frauen sind nach ihrer eigenen Einschätzung bei Investitionen mehr auf Sicherheit bedacht, agieren strategischer und haben die soziale Verantwortung stärker im Blick. So geben 87 Prozent der Unternehmerinnen an, dass ohne detaillierte Planung kein unternehmerisches Handeln möglich sei. 81 Prozent setzen auf langfristige Wachstumsziele – und 84 Prozent sagen, sie würden auf Gewinn verzichten, wenn dadurch Arbeitsplätze gesichert würden.

Die Selbstständigkeit ist für die Mehrheit der Unternehmerinnen eine Berufung. 86 Prozent geben an, sich ganz bewusst für eine unternehmerische Existenz entschieden zu haben, nur eine Minderheit von 38 Prozent kann sich vorstellen, als Führungskraft in einem Großunternehmen zu arbeiten.

Martina Eich-Ehren, Managing Director bei der Deutschen Bank und für die Zusammenarbeit mit dem VdU verantwortlich, sagt: „Die Umfrage belegt, mit wie viel Vertrauen in die eigene Stärke und Mut zu neuen Investitionen die Unternehmerinnen agieren. Mit ihrem Optimismus können sie dem Wachstum der deutschen Wirtschaft wichtige Impulse verleihen.“ 

Die aktuelle Frühjahrsumfrage 2014 basiert wie 2013 auf zwei parallelen Befragungssträngen: zum  einen auf einer Online-Befragung von 422 deutschen Unternehmerinnen, die dem VdU angehören,  durchgeführt im Januar / Februar 2014 von dem Marktforschungsinstitut EARSandEYES GmbH. Zum anderen auf computergestützten Telefoninterviews mit 207 Entscheidern in mittelständischen Unternehmen, durchgeführt im Januar / Februar 2014 von TNS Deutschland GmbH.

->Zur Studie...


Über den VdU:
Dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) gehören 1.600 selbstständige Frauen an. Diese erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund 85 Milliarden Euro und beschäftigen ca. 500.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Als VdU-Mitglieder bei Unternehmerinnen.org vertreten sind u. a.:
Dr. Bettina Frenzel / Habakus Unternehmensberatung, Dr. Ina Czyborra / IT-Event, Dr. Michaela Eisele/ Schumann Rechtsanwälte und Notare, Marianne Kleppeck / KWWM Steuerberatungsgesellschaft, Wiebke Thusek / WT Seereisen, Editha Hahn-Fink/ Hahn Bestattungen, Annette Wendel-Haack / Lohnservice Wendel

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