Mittwoch, 19. Februar 2014

Zum Equal-Pay-Day am 21. März 2014

Bis zum 21. März 2014 müssen Frauen in Deutschland im Durchschnitt arbeiten, um die gleiche Entlohnung zu bekommen, wie sie ihre männlichen Kollegen für das Jahr 2013 schon am 31.12.2013 in der Tasche hatten.

Die "Rote Tasche" der Frauen ist seit Jahren Zeichen des Protests und der Wut auf diese Lohn-Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und das errechnente Datum, an dem die Frauen im Folgejahr endlich auf die gleiche Lohnsumme wie Ihre männlichen Kollegen zum Vorjahresende kommen, seit Jahren der "Equal-Pay-Day". Hierzu finden landauf landab inzwischen vielfältige Aktionen statt.

Unter dem Motto „...und raus bist Du?“ macht der  Equal-Pay-Day 2014 Minijobs und Teilzeit nach Erwerbsunterbrechungen von Frauen zum besonderen Thema.

„Ziel der Kampagne 2014 ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass ein Wiedereinstieg nach längeren Erwerbsunterbrechungen in Minijobs oder Teilzeit nicht nur Spuren in der individuellen Erwerbsbiografie hinterlassen, sondern ihre starke Verbreitung auch ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt, weil wertvolle weibliche Qualifikationen für den Arbeitsmarkt ungenutzt bleiben. Es  kann nicht gewollt sein, dass vor allem Frauen mit Familienverantwortung einen Wiedereinstieg häufig nur im nicht existenzsichernden Niedriglohnsektor schaffen“, so Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, welcher sich seit Jahren nachdrücklich im Rahmen des Equal-Pay-Day engagiert.

Erwerbsunterbrechungen und ihre Folgen gehören zu den zentralen Ursachen für die geschlechtsspezifische Entgeltlücke. Diese liegt laut statistischem Bundesamt bei durchschnittlich 22 Prozent.

Deutschland hat nicht nur einen hohen Anteil von Frauen in Minijobs, sondern nach den Niederlanden auch die höchste Teilzeitquote von Frauen in der EU. Es fehlt zudem nach wie vor an einer ausreichenden Ganztageskinderbetreuung sowie an Pflegemöglichkeiten.

Steuern und Abgaben bauen zudem Hürden auf, wenn Beschäftigte vom Minijob in eine sozialversicherte Beschäftigung wechseln wollen. Ein überholtes westdeutsches Familienbild mit einem männlichen Alleinverdiener und einer weiblichen Hinzuverdienerin erweist sich spätestens dann als Armutsrisiko, wenn die Familie wegen Trennung oder Scheidung auseinanderbricht oder der Haupternährer erwerbslos wird oder verstirbt. Leidtragende sind dann zumeist die Frauen (und Kinder). Schon jetzt ist Alterarmut ein weibliches Phänomen.

Das Problem des "Gender-Pay-Gap" macht auch vor Selbständigen nicht Halt. Hier, so ergaben die Forschungen des Berliner Harriett-Mill-Instituts durch Frau Prof. Dr. Gather, finden wir eine noch weit größere Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern, die erstaunlicher Weise selbst bei sehr gutem Bildungsstand nicht geringer wird.

Tradierte soziale Verhaltensmuster, mangelnde Erfahrungen im praktischen Erwerbsleben, zu dem auch das geschickte Verhandeln um Geld gehört, zu "klein gedachte" weibliche Geschäftsmodelle und fehlende geschäftliche Netzwerke können auch hier als Faktoren ausgemacht werden.

Unsere Projektleiterin Ilona Orthwein betrachtete im Rahmen eines Interviews zur "Gründerwoche Deutschland 2013" das Phänomen ausführlich: http://www.unternehmerinnen.org/ueber-das-projekt/downloads/Interview-zur-Gruenderwoche-2013.pdf

Weitere Infos zum Equal-Pay-Day finden Sie hier: http://www.equalpayday.de/


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