Donnerstag, 14. März 2013

Unternehmerinnen und CSR



Ob Equal Pay Day, Speisen für Waisen, Diversity-Förderung oder ein Kinderprojekt zur Mukoviszidose: Die Unternehmerinnen von heute sind sozial aktiv, wie schon ein kursorischer Blick auf die aktuellsten Profile und Meldungen auf unternehmerinnen.org beweist.

„Vorausschauend wirtschaften, fair mit Beschäftigten umgehen, Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt übernehmen, das sind die Grundpfeiler von Corporate Social Responsibility (CSR). CSR ist kein „Sahnehäubchen“, das sich Firmen leisten, weil es modern ist, sondern ein Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen stärkt die Volkswirtschaft und die Gesellschaft. CSR lohnt sich.“                                                                                            (Quelle: BMAS)


„CSR lohnt sich“, wie es diese Beschreibung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales festhält. Lohnenswert ist es auf jeden Fall zunächst einmal, diese überall auftauchende Abkürzung aufzulösen und den dahinterstehenden Anglizismus näher zu beleuchten:

Soziale Verantwortung von Unternehmen

Die eingangs genannten Beispiele von Mitgliedsunternehmerinnen zeigen, dass sich hinter „Corporate“ nicht unbedingt der große Konzern oder die Kapitalgesellschaft verbirgt, wie es in „corporation“ anklingt, sondern auch jede/r Einzelunternehmer/in sich im Rahmen der CSR engagieren kann. Auch Förderungen sind möglich: Förderprogramme des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales über den Europäischen Sozialfonds sind hier einsehbar. Bewerben können sich dafür kleine und mittlere Unternehmen, die geförderte CSR-Beratungsleistungen „einkaufen“ möchten und auch Unternehmensberatungen, die KundInnen im Bereich CSR unterstützen.


Es lässt sich entdecken, dass die meisten Unternehmerinnen diese Verantwortlichkeit so ganz nebenbei wahrnehmen, ohne sie dabei aber besonders wahrzuhaben. 


Gerade denen, die sich noch nicht ganz sicher sind, ob sie denn CSR in ihrem Unternehmen schon wahrnehmen, möge der folgende Überblick über die klassischen Handlungsfelder für die CSR hilfreich sein:

Umgang mit Mitarbeitern (und natürlich mit sich selbst als Unternehmerin)

Diversity-Förderung, Vereinbarung von Familie und Beruf, Ausbildung, faire Bezahlung sowie Integration von älteren MitarbeiterInnen sind Stichwörter. Hier ist die Charta der Vielfalt hervorzuheben: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. 

Produktionsbedingungen und Unternehmenstransparenz

Verschiedene Gütesiegel und Initiativen geben Orientierung und fördern den Wettbewerb zwischen den Unternehmen. 

Umwelt und Nachhaltigkeit

Neben der sozialen gründet sich die CSR auch auf die ökologische Komponente. Nachhaltiges Wirtschaften und Umweltmanagement sind die relevanten Kriterien für die ökologische Verantwortung von Unternehmen. Von grünem Strom bis zu Umweltpapier und umweltfreundlichen Druckfarben für die Geschäftskorrespondenz ist vieles direkt umsetzbar. Energiesparen, Klimaschutz, Umgang mit natürlichen Ressourcen, Umweltmanagementsystem, erneuerbare Energien, Umweltbewusstsein der Mitarbeitenden sind andere Maßnahmen, die ohne Umstände angegangen werden können.

Internationale Verantwortung

Fairer Handel verbessert die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insbesondere in Entwicklungsländern. Deshalb soll entwicklungspolitisch relevantes unternehmerisches Handeln weiter in den Fokus gerückt werden. An jedem Job mit vernünftigen Sozialstandards hängen die verbesserten Lebensbedingungen aller Familienmitglieder.

Jetzt gleich zertifizieren lassen oder kann ich auch erst mal einfach anfangen?


Wir sind in Deutschland, natürlich gibt es auch eine einschlägige Norm für einen erreichbaren Industriestandard: die ISO 26000.

Wer sich nun nicht gleich zertifizieren lassen möchte (bzw. kann), kann auch mit wenig Aufwand viel erreichen: denn neben der Umsetzung von Anregungen aus den aufgeführten Handlungsfeldern der CSR direkt in den Strukturen des eigenen Unternehmens sind auch jede Menge sehr niedrigschwellige wirkungsvolle Werkzeuge für UnternehmerInnen verfügbar. 

Neben den klassischen Unternehmensspenden für gemeinnützige Zwecke (z.B. an Greenpeace oder die deutschen humanitären Hilfsorganisationen in der Aktion Deutschland hilft) gibt es in den Organisationen auch häufig Ansprechpartner und Anregungen für Unternehmenskooperationen (z.B. beim WWF, bei Islamic Relief oder beim Deutschen Roten Kreuz). Lassen Sie sich inspirieren.

Hier können Sie auch gleich mitmachen:

Zu den oben genannten Veranstaltungen der Mitgliedsunternehmerinnen:

Equal Pay Day: Antje Rehmke von Denken neu lenken, Nele Abdallah von Dressed to swim, Dagmar Brückner von dbeads, Grit Driewer von GTD Personalentwicklung, Anja Reefschläger von mind, maps more, Ilona Orthwein von Unternehmerinnen.org.

Speisen für Waisen: Nele Abdallah von Dressed to swim 


Vielfalt kommt an: Grit Driewer von GTD Personalentwicklung 



Keine Kommentare: