Dienstag, 25. September 2012

Unternehmerinnen.org erstmals bei der Task Force zur Unternehmensnachfolge durch Frauen am 24.9.2012


Am 24.9.2012 fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die jährliche Sitzung der Task Force zur Unternehmensnachfolge durch Frauen statt. Erstmals war Unternehmerinnen.org auch vertreten. 

Unser langjähriges Mitglied Frau Dr. Alexandra Henkel, MM, Partnerin FPS Rechtsanwälte und Notare, Fachanwältin für Arbeitsrecht, Wirtschaftsmediatorin und Business Coach nahm für uns teil und erichtete anschließend über die Tagung (s. u.) Sollten von der Seite des Netzwerks noch Anregungen bestehen im Hinblick auf weibliche Nachfolge, steht Frau Dr. Alexandra Henkel gerne jederzeit zur Verfügung und wird diese Gesichtspunkte bei der nächsten Sitzung der Task-Force einbringen. - Wir bedanken uns herzlich für ihr Engagement und den spannenden Bericht.
 
Nach einer Begrüßung durch Herrn Holger Maus, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Frau Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweite gründerinnenagentur (bga) stellten sich die einzelnen Task Force-Mitglieder vor und berichteten über die jeweiligen Aktivitäten, eine sehr spannende Runde. Es waren die unterschiedlichsten Teilnehmer anwesend, viele IHK-Vertreter, Betriebsberater der Handwerkskammern, Vertreter der Landeswirtschaftsministerien, der Investitionsbanken, aber auch private Initiativen wie die Gründerinnenzentrale und unser Unternehmerinnenprojekt darüber hinaus Consultants, Steuerbrater, etc. Alle berichteten nacheinander über ihre Projekte, insbesondere im Bereich Unternehmertum, Unternehmensnachfolge und Existenzgründung mit dem Spezialthema Unternehmensnachfolge durch Frauen. 

Task Force Unternehmensnachfolge durch Frauen
Einigkeit bestand darin, dass es zu wenig Frauen als Unternehmensnachfolgerinnen gibt, dies lag nach Meinung der einzelnen Teilnehmer insbesondere an folgenden Gründen:

Zum einen haben die wenigsten Unternehmer „auf dem Schirm“, dass sie ihr Unternehmen auch einer Frau überlassen können, zum anderen taucht das Nachfolgethema von alleine auch eher selten bei Frauen auf, die lieber mit neuen Ideen eigene Projekte neu starten als ein Unternehmen als Nachfolgerin fortzuführen. Häufig aber auch aus Unkenntnis, welche Rahmenbedingungen gelten. Hier gilt es, beide Seiten zu informieren, damit diese Option noch mehr bekannt wird. Als nützlich sahen viele Teilnehmer an, wenn es Berichte erfolgreicher Unternehmerinnen gibt, an denen sich Neuunternehmerinnen gerne orientieren (Best practice). Auch wird als nützlich angesehen, wenn es ältere Mentorinnen gibt, die einer Jungunternehmerin hilfreich zur Seite stehen, oder ein Coaching in den ersten Jahren.

Im Rahmen der sich anschließenden Diskussionen wurde vertreten und entschieden, dass im Hinblick auf die Entwicklung eines Unternehmerturms gar nicht früh genug angesetzt werden kann und auch schon in den Schulen entsprechende Projekte gestartet werden sollen.

Im Hinblick auf den Tagungsordnungspunkt 5. (Ansätze für Forschungsprojekte zur Unternehmensnachfolge von Gründerinnen) wies Frau Kronenbitter darauf hin, dass die bundesweite gründerinnenagentur gerade versucht, alle Datenerheber zu diesem Thema bzw. zu Einzelunterthemen an einen Tisch zu bekommen, um einen gemeinsamen Datensatz zu organisieren. Die Teilnehmer waren sich einig, dass aber noch weitere Frage gesammelt werden sollen durch die bga, damit es dann eine ausführliche Frageliste geben kann, zu der Daten erhoben werden können. Der Top 7. (Leveraged Employee Buyout als zusätzliche Alternative für Familienbetriebe ohne Nachfolger) wird nochmals bei der nächsten Task Force Sitzung ausführlicher angesprochen und dargestellt, es geht hierbei um Mitarbeiterbeteiligungskonzepte, ein Modell, dass in den USA schon sehr gut funktioniert.

Anschließend wurde noch auf den nächsten Aktionstag zum Thema „Nachfolge ist weiblich!“ im Juni des nächsten Jahres hingewiesen, der erneut organisiert und durchgeführt werden soll.

Alles in allem war es ein lohnenswerter Tag, mit interessanten Einsichten und mit auch außerhalb der eigentlichen Gruppendiskussion sehr spannenden Gesprächen mit vielen engagierten Teilnehmern und Teilnehmerinnen.
 

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