Mittwoch, 16. Juli 2008

Bombenfund in Berlin

Heute früh weckter mich das Radio mit der Nachricht über einen Bombenfund in Berlin-Wilmersdorf: 5.000 Menschen mußten kurzfristig evakuiert werden, als eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg im Volkspark Wilmersdorf entschärft wurde. Glücklicher Weise ging alles gut - nur ein bißchen Verkehrschaos auf dem Weg zur Arbeit, d. h. für mich zum Kundentermin...

Über 60 Jahre nach Kriegsende werden immer noch die gefährlichen Hinterlassenschaften der "dunklen Jahre" gefunden. Hier haben wir aber wenigstens die technischen und andere Voraussetzungen, damit umzugehen und Leben und Unversehrtheit der Menschen halbwegs sicherzustellen. Anders ist es an anderen Orten der Welt, wo Kriege noch nicht so lange vorbei sind, und ganze Landstriche nicht nur immer noch vermint, sondern z. T. auch hoffnungslos verarmt sind: Afghanistan, Kambodia ...
Auch in Europa gibt es noch weitere Minenfelder - z. B. auf dem Balkan. Erstaunlicher Weise gibt es aber noch nicht mal einen allgemein zugänglichen Pool von gesammeltem Expertenwissen über den Umgang mit und die Entschärfung der diversen Bomben und Minen.

In diesem Bereich engagiert sich seit einigen Jahren unser Mitglied Dr. Irina Stobbe. Im Rahmen des Vereins "Wissen gegen Minen e.V." hat an der Erstellung eines Science-Wiki "Science against Mines" gearbeitet, welcher in mehreren Sprachen über das world wide web das gesammelte Wissen zusammenstellt. (Das Mine nicht gleich Mine und Bombe nicht gleich Bombe ist, und welche teuflischen Mechanismen hier ersonnen wurden, die Auffindung und Entschärfung zu erschweren, wurde mir bei der Lektüre des Romans "Der englische Patient" zum ersten Mal bewusst...)

Ich möchte darum den aktuellen Bombenfund hier in Berlin zum Anlass nehmen, auf die wertvolle ehrenamtliche Arbeit von Irina Stobbe und ihren MitstreiterInnen ausdrücklich hinzuweisen.

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