Freitag, 1. Februar 2008

Rückblick Februar 2004 - wie alles begann...

Die Idee lieferte ein Treffen, das ich, Ilona Orthwein, mit der Modedesignerin Angelika Holz und der Steuerberaterin Karina Mahlstedt im Dezember 2003 hatte. Uns wurde dabei bewusst, wie wichtig die Vernetzung von Gründerinnen mit alten "Häsinnen" unter den Unternehmerinnen ist. Leider bleiben in vielen Netzwerken gerade die Gründerinnen unter sich und werden, was den Erfahrungsaustausch mit langjährigen Unternehmerinnen anbelangt, meist auf Mentoring-Projekte verwiesen... Dabei könnte alles doch auch einfacher sein...

Ende Februar lud ich dann 12 Unternehmerinnen aus meinem beruflichen Kontext zu einem ersten "Unternehmerinnenabend" zu mir ein. Die Resonanz war überraschend positiv: die Frauen gingen intensiv aufeinander zu, tauschten sich rege aus - und nach zwei Tagen ein begeisterter Anruf: eine Gründerin hatte einen ersten Auftrag durch den Abend bekommen!

Diese gezielte Auftragsakquise war / ist in Unternehmerinnennetzwerken machmal sogar verpönt. Meine gute Bekannte Mitlgied Dr. Michaela Eisele dazu: "Die beste Lobbyarbeit für Frauen ist doch, wenn wir einander wirtschaftlich unterstützen."

Diesen Gedanken griff ich auf... Anders als Männer sind Frauen nach meiner Beobachtung zurückhaltender wenn's um die geschäftliche Akquise geht. Durch häufig gebrochenen Lebensläufe können sie auch weniger auf gewachsene Netzwerke aus ehemaligen (Studien-)Kollegen zurückgreifen. Was brauchen Frauen also? Möglichkeiten, funktionierende berufliche Kontaktnetzwerke aufzubauen und die Ermutigung, dass es nichts Unlauteres ist, sich gegenseitig wirtschaftlich zu unterstützen bzw. um Unterstützung zu bitten.

Daran orientierten sich der Unternehmerinnenabend im ersten Jahr: vier Abendveranstaltungen und drei Unternehmerinnen-Frühstücke organisierte ich mit wachsendem Erfolg. Bald wurde es dafür in meinen eigenen Räumlichkeiten zu eng und wir bezogen Quartier im sog. Media Club in Berlin-Mitte.

Bereits Ende 2004 kam dann durch Zuzana Richter die Idee zu einer Website für das Projekt auf. Ich war der Meinung, diese müsse aber unbedingt mit einer Unternehmerinnendatenbank kombiniert werden - und zwar so ausgerichtet, dass nicht nur "Eingeweihte" die Frauen wiederfinden und mit Ihnen beruflich in Kontakt treten konnten.

Damit war Unternehmerinnenabend.de geboren. Am 1.Juni 2005 gingen wir online. Die Idee war offenbar so gut, dass sie sofort NachahmerInnen fand...

Dennoch, uns genügte auch die Website mit Datenbank nicht. Meine Projektpartner Studio Htg1 und ich sahen, dass das Internet mit seiner enormen Reichweite und Verfügbarkeit noch viel mehr Möglichkeiten bot, die Frauen oftmals aber erst an das Medium herangeführt werden mussten. Das Internet wird zwar immer stärker auch für berufliches Networking genutzt, aber die regelmäßigen Live-Treffen sind dennoch sehr wichtig. Und dabei ist es entscheidend, dass es nicht bei oberflächlichem Visitenkartenaustausch bleibt, sondern sich auch Möglichkeiten intensiveren Kennenlernens eröffnen.

Das Veranstaltungskonzept wurde darum im Laufe der Zeit auch immer wieder von mir überarbeitet. Festgestellt wurde dabei, dass auch die Vortragsthemen ein breites Interessenspektrum abdecken müssen, sind doch die Unternehmerinnen nicht nur an geschäftlichen Belangen interessiert, sondern haben vor dem Hintergrund ihrer Selbständigkeit ganz viele Erfahrungen gemacht und sind entsprechend interessiert. Eine Einladung ins Auswärtige Amt im Mai 2007 stieß darum auf sehr großes Interesse, aber auch ein Vortrag der Journalistin Birgit Schönberger zum Thema Dankbarkeit oder ein Referat der Trainerin und Autorin Carmen-Francesca Banciu zum "kreativen Umgang mit Geld", ebenso wie die Begegnung mit isländischen Businessfrauen, organisiert von der AHK.

Wenn die Nachfrage nach guten Netzwerkveranstaltungen für die Zielgruppe schon im veranstaltungsmäßig eher überfrachteten Berlin so groß ist, so ist sie auf dem platten Lande noch umso größer. Immer wieder kamen Nachfragen aus der gesamten Republik: wann kommt der Unternehmerinnenabend denn auch zu uns???

Also begab ich mich im Sommer 2006 auf die Suche nach passenden Mitstreiterinnen. In Daniela Kreißig aus Dresden fand ich die erste, die auf Worte auch die entsprechenden Taten folgen ließ. In Carola Däumlich aus Cottbus 2007 die nächste Powerfrau...

Wir hoffen aber auf noch weiteren Zuwachs und freuen uns über Unternehmerinnen mit Organisationstalent und entsprechenden sozialen Kompetenzen, die unser Projekt auch weiterhin überregional voranbringen. Denn: Netzwerken ist immer dynamisch!

Keine Kommentare: